Zum Inhalt springen

Idee

Vorbild

Das Vorbild für Schulterschluss in Bayern stammt aus Baden-Württemberg: Als gemeinsames Projekt der Landesstelle für Suchtfragen, des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) und der Verbände der Liga der freien Wohlfahrtspflege wurde Schulterschluss entwickelt, in den Jahren 2013 bis 2015 durchgeführt und durch das Land Baden-Württemberg finanziert. Während der 20-monatigen Laufzeit erarbeiteten über 500 Fachkräfte aus der Sucht- und Jugendhilfe an 28 Standorten regionale Strategien für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Die Evaluation des Projektes durch das Deutsche Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DiSuP), Katholische Fachhochschule Köln zeigt vielversprechende Ergebnisse (Klein, 2015).

Projektziel

Zentrales Projektziel von Schulterschluss in Bayern ist die Verbesserung der Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit suchtkranken Eltern auf regionaler Ebene. Schulterschluss möchte dieses Ziel durch die Optimierung der Kooperationsbeziehungen zwischen Jugend- und Suchthilfe erreichen. Auf Basis dieser Hilfenetzwerke zwischen Jugendhilfe und Suchthilfe lassen sich Frühinterventionsstrategien sowie weitere präventive Angebote für betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien implementieren, um Kindeswohlgefährdungen verhindern zu können.

Kooperationsseminare

Als „kommunikativer Motor“ für Vernetzung und Zusammenarbeit nutzt Schulterschluss fachlich moderierte Kooperationsseminare für die regionalen Akteure aus der Sucht- und Jugendhilfe. Durch das persönliche Kennenlernen und das gemeinsame Arbeiten zum Thema Kinder suchtkranker Eltern im Rahmen der zweitägigen Seminare lassen sich Grundlagen für künftige Kooperationen und nachhaltige Netzwerke entwickeln. Über die persönliche Kommunikation der Fachkolleginnen und Fachkollegen sollen in der Folge nachhaltige institutionelle Kooperationen entstehen.

Besonderes Augenmerk legt Schulterschluss hierbei auf die Einbindung bereits bestehender Strukturen in der Stadt bzw. im Landkreis. In einem partizipativen Austausch werden in den Seminaren wichtige gesetzliche Grundlagen ebenso wie professionelle Haltungen, Herangehensweisen, Standards, Zielsetzungen und Verpflichtungen beider Hilfesysteme thematisiert. Ziel ist es immer, ein gemeinsames Verständnis für die Problemsituation in den betroffenen Familien zu entwickeln. Handeln Jugendhilfe und Suchthilfe gemeinsam, erhöhen sich die Handlungsoptionen.

Besonderheiten

Schulterschluss ist bayernweit als „lernendes System“ angelegt und bietet Möglichkeiten zum überregionalen Kompetenztransfer. Einerseits können die Seminare immer auf die Bedürfnisse der einzelnen beteiligten Regionen und Standorte justiert werden. Weiterhin können regional passende Lösungen durch die Erfahrungen aus anderen Regionen/Landkreisen effektiver und nachhaltiger entwickelt werden. Die Freiwilligkeit aller teilnehmenden Strukturen ist hierbei ein wichtiger Grundsatz.

Aus diesem Grund sind die Schulterschluss-Seminare weder als klassische Fortbildung noch als Manual angelegt. Schulterschluss möchte Kommunikation zwischen den Hilfesystemen initiieren und als Impulsgeber wirken. Hierzu arbeitet Schulterschluss mit qualifizierten Moderatoren-Teams, die gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Strategien mit regionaler Passung entwickeln.